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Spielbericht

 
So, 13.05.2018
SFC Stern 1900 gg. BW Berolina Mitte II --> 1:1

 

Schönes Wetter, Heimspiel, Muttertag. Was soll da schon schief gehen? Aber wieder einmal nur mit einem Auswechsler. Wir hatten Bero 2 zu Gast. Im Hinspiel haben wir 0:2 verloren. Allerdings haben wir in der ersten Halbzeit mit 9 und in der zweiten mit 10 Spielerinnen gespielt. Heute wollten wir spielerisch mehr zeigen und weniger über den Kampf agieren, da dies doch sehr kräftezehrend ist. Aber es kam mal wieder anders als geplant.

 

Wir kamen sehr holprig ins Spiel. Da Larissa in der Abwehr und einige andere fehlten, mussten wir umstellen und einige auf "ungeliebte" Postitionen verfrachten. Leider war das gesamte Spiel über die Laufarbeit im Mittelfeld überschaubar, was bedeutete, dass die Abwehr quasi doppelt so viel laufen und Zoe sich aus der Spitze immer wieder ins (fast schon defensive) Mittelfeld fallen lassen musste. Unser betriebener läuferischer Aufwand resultiert auch immer wieder aus einem für meinen Geschmack zu zaghaftem Zweikampfverhalten heraus. Zugucken, wie der Gegner den Ball verarbeitet, um dann letztlich hinterher zu laufen, ist natürlich kein probates Mittel, wenn man die Kräfte angesichts eines Auswechslers schonen MUSS. Aber alles Besprechen im Vorfeld und Einfordern an der Seitenlinie erzielt nicht den gewünschten Effekt. Wobei ich auch hier wieder erwähnen muss, dass wir zur Hälfte aus dem hochgezogenen älteren D-Jahrgang (2005) bestehen, während die anderen Mannschaften hauptsächlich mit 2003ern und 2004ern antreten. Das macht definitiv einen Unterschied aus, vor allem im körperlichen Bereich. Dennoch wünscht man sich in einigen Situationen mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mehr Engagement. 

 

Die Spielerinnen von Bero waren im Zweikampf einfach eine Spur cleverer und technisch stärker. Allerdings waren sie vor dem Tor harmlos, obwohl wir in der Defensive alles andere als sicher wirkten. Spielzüge wurden nicht wirklich gespielt. Es waren über die Dauer des Spiels hauptsächlich Einzelaktionen. Wir versuchten uns spielerisch zu befreien, allerdings war meistens im zentralen Mittelfeld Endstation und wir verloren dort viele Bälle viel zu einfach. Unsere Spielmacherin Sophie versuchte immer wieder ihre Mitspielerinnen einzubeziehen, aber die Passivität war teilweise so haarsträubend, dass uns an der Seitenlinie mehrmals der Geduldfaden riss. Ein konditionell bedingter Wechsel und eine daraus resultierende Umstellung, brachte etwas Leben in unser Spiel. Zoe setzte sich auf rechts stark durch, ging bis zur Grundlinie und passte den Ball punktgenau auf Alicia, die den Ball über die Torlinie brachte. Ein starker Angriff. Wir führten nun und sollten nun etwas mehr Sicherheit ins Spiel bekommen. Wir zeigten gute Spielzüge über Außen und Sophie verteilte die Bälle weiterhin mit guter Übersicht. Es blieb bis zur Pause bei der knappen Führung.

 

Die zweite Halbzeit sollten wir doch mit der Führung im Rücken etwas engagierter angehen, doch wir spielten weiterhin sehr verkrampft. Denn kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit startete die Bero-Spielerin mit der Nummer 14 eine Soloaktion. Toni wich ihr zwar nicht von der Seite, aber der Rest der Defensive schaute seelenruhig zu, anstatt auszuhelfen und notfalls zu doppeln. Auch hier war schon im Ansatz erkennbar, dass diese Aktion kein Spielzug wird. Sie setzte sich letztendlich gegen Toni und Leni im Tor durch. Ausgleich. Gute Einzelaktion? Ja! Verhinderbares Tor? Auf jeden Fall. Bero drängte jetzt mehr Richtung Strafraum und wir waren dabei durch unsere Passivität und Ballverluste im Mittelfeld behilflich. Allerdings kam dabei bis auf ein paar nett anzusehende Dribblings und einigen Weitschüssen nichts weiter zustande. Sophie versuchte es jetzt mit mehr Druck und nach vorne, meistens über die rechte Seite (das linke und zentral-defensive Mittelfeld waren heute ein Totalausfall). Die gegnerischen Spielerinnen taten sich schwer, sie an ihren Vorstößen zu hindern. Somit auch an einem, aus dem unsere beste Chance in der zweiten Halbzeit entstand. Sophie setzte sich stark auf rechten Seite durch, der Ball war dann zwar Richtung Grundlinie etwas zu weit vorgelegt, aber sie bekam noch eine gefährliche Flanke vor das Tor hin. Der Ball konnte aber nicht wirklich gut verarbeitet werden und landete schließlich bei Mia, deren zaghafter Schuss direkt auf die Bero-Torhüterin ging. Schade... da wäre mehr drin gewesen. Danach passierte nicht mehr viel und so blieb es letztendlich beim Unentschieden. Bero hatte sich in Top-Aufstellung sicher mehr erhofft. Wir allerdings ebenfalls, auch wenn wir nicht topbesetzt waren. 

 

Ein Unentschieden ist vollkommen in Ordnung. Leider haben wir auch eine Menge Frust von der Seitenlinie aus ins Spiel getragen, was sicher nicht förderlich für die allgemeine Konzentration ist. Emotionen sind immer dabei, gerade wenn man als Trainer spürt, dass hier ein Sieg möglich ist. Ich würde mir manchmal etwas mehr Emotionen AUF dem Spielfeld wünschen und mehr Biss... Denn beides ist manchmal nötig, um sich in einem auf der Kippe befindlichen Spiel doch die 3 Punkte zu sichern. Aber wir sind eine (sehr) junge Mannschaft mit Potential, die sich im Laufe der bisherigen Saison verbessert, aber noch eine Menge Luft nach oben hat.