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Spielbericht

 simon gonzalez

Simon "Speedy Gonzalez" Schrade resümiert das Spiel mit treffender Geste! (Foto: Lehner)
 
Mi. 15.11.2017 19:30 Uhr/Sterner/1.Herren/Berliner Pokal/3.Hauptrunde
 
SFC Stern 1900 - FC Hertha 03 6:5 n.V. (1:1)
 Der SFC Stern 1900 bezwingt in einem sensationellen Pokalfight Oberligisten Hertha Zehlendorf!

 simon gonzalez

Simon "Speedy Gonzalez" Schrade resümiert das Spiel mit treffender Geste! (Foto: Lehner)

 

Was! Für! Ein! Spiel!

Als Luca Rohr in der 91. Minute des Pokalfights zum 4:3 für die Sterner getroffen hatte, wäre es ein sensationeller Sieg gewesen, bereits eine magische Pokalnacht mit unglaublichen Spannungsbögen, getragen von Kampfeswillen und Moral, vor allem der Mannschaft, die eine Klasse tiefer angesiedelt ist. Denn zunächst zweimal hatten die Sterner einen Ein-Tore-Rückstand fast im Gegenzug jeweils wieder egalisiert, durch Höhne in der 67. Minute sogar geführt (Huke glich zwei Minuten später wieder aus), bis dann kurz vor dem regulären Ende noch einmal die ersehnte Führung auf der Anzeigetafel erschien. Geschafft? Nicht ganz.

Denn wie heißt es so schön: "Wäre, wäre Fahrradkette!", oder so ähnlich. Denn der Pokal hat bekanntermaßen seine ganz eigene Legislative. Wieder war der Spieß umgedreht: 60 Sekunden nach dem Sterner Führungstreffer, bekamen die Gäste aus Zehlendorf noch einmal einen Freistoß vor dem Tor von Keeper Slotta. Und dann passierte das, was wir schon die ganze Saison beklagen: die Schwäche bei Standards rächte sich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Mike Ryberg nickte in der 93. Minute zum Ausgleich ein. 4:4, Schlusspfiff. Verlängerung.

Viele andere Mannschaften wären aus Enttäuschung zusammengebrochen. Nicht die Sterner. Auch dann nicht, als Zehlendorfs Torjäger Sebastian Huke in der 110. Minute zum 4:5 traf, es war übrigens dessen vierter Treffer! Zusammenbruch? Wirklich? Nie und nimmer, denn die Sterner haben einen Dennis Freyer. Und einen Lukas Rohana und einen Tim Felsenberg, und einen Christian Höhne, der fast die gesamte Verlängerung vom Krampf geschüttelt eigentlich nur noch humpeln konnte, aber trotzdem weiterlief! Man müsste jetzt die ganze Mannschaft aufzählen!

Freyer hatte noch lange nicht genug heute. Noch vor der zweiten Hälfte der Verlängerung traf er erneut, sein dritter Treffer, zum vierten Mal heute zum Ausgleich, 5:5! Ja ist das denn zu fassen? Jetzt endlich zählten die Gesetze der Physiologie und menschlichen Psyche nicht mehr. Es müssen Hektoliter von Adrenalin in den Blutbahnen der Männer geschwommen sein. Noch einmal wurden die Seiten gewechselt. Und wieder traf Freyer, vielleicht das schönste Tor des Abends, in den Lauf gespielt und abgeschlossen, besser als ein Lewandowski oder Timo Werner. Freyer für Deutschland? Oder vielleicht doch Freyer-Leciñena für Spanien? Vermutlich stehen die Telefone heute nicht mehr still.

Die Zehlendorfer versuchten in den letzten Minuten noch alles. Aber diesmal stellten sich die Sterner einfach nur noch clever an, was angesichts des Spielverlaufs geradezu übermenschlich anmuten muss.  Denn jetzt brannte nichts mehr an. Man schaukelte die knappe Führung endlich übers Ziel. Danach brachen alle Dämme. Den Jubel hat man vermutlich bis nach Rudow gehört, wo das Pokalspiel ebenfalls 6:5 gegen den Oberligisten Staaken endete. Aber es war nicht abgesprochen. Ehrlich! Wie viele verrückte Geschichten wird der Fußbal noch schreiben? Wir freuen uns darauf ...

Hier einfach mal die nüchternen Daten!

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Bericht auf der Seite von Hertha 03 Zehlendorf

Nach einem dramatischen Spielverlauf an der Kreuznacher Straße haben die Gastgeber nach 120 Minuten das bessere Ende für sich.

Hertha 03 Zehlendorf wird offensichtlich den „Pokalfluch“ nicht los. Mit schöner Regelmäßigkeit kommt das Aus im Berliner Pilsner-Pokal immer viel zu früh und meist gegen einen unterklassigen Gegner, so wie am gestrigen Abend beim SFC Stern 1900.

Schon bei der Auslosung der 3. Hauptrunde ging, nachdem diese Partie gezogen war, ein Raunen durch den Saal. Jeder war sich der Brisanz dieses Bezirksduells bewusst. Wie emotional, dramatisch und brisant das Spiel dann tatsächlich sein sollte, zeigten die Protagonisten den 194 Zuschauern am gestrigen Abend während der 120 Minuten.

Auf bestem Kunstrasen der neueren Generation, aber unter drüben Flutlicht standen die Hausherren zunächst tief und versuchten erst ab der Mittellinie anzugreifen. Unsere Jungs hatten dadurch ein optisches Übergewicht, fanden aber nicht die Lücken, um für Torgefahr zu sorgen. Nach den ersten 25 Minuten erfolgloser Bemühungen witterten auch die Sterne ihre Chance und wurden zunehmend mutiger. Zuvor hatte schon Luca Rohr mit einem beherztem 20-Meter-Schuß Zehlendorfs Schlussmann Sprint vor eine erste Bewährungsprobe gestellt. Auch in der 27. Minute segelte eine gefährliche Hereingabe vor das Tor, es fehlte nur der entsprechende Abnehmer. Auf der anderen Seite nahm Warwel einen genialen Pass von Zellner in die Schnittstelle gekonnt mit, scheiterte aber zunächst an Torhüter Slotta und im zweiten Versuch traf er nur das Außennetz. In der 43. Minute schlug Mike Ryberg einen Freistoß von rechts weit durch den Strafraum, der lange Stein köpfte den Ball zurück, Zehlendorfs Torjäger Huke stand goldrichtig und erzielte den Führungstreffer. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff konnten die Hausherren durch Freyer, der eine Freistoßflanke verwertete, ausgleichen.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete. Nach einer scharfen Flanke von Ryberg stand Huke in der 48, Minute alleine am Elfmeterpunkt und hatte wenig Schwierigkeiten den Ball zur erneuten Führung im Kasten unterzubringen. Aber auch diesmal hatten die „Sterne“ die passende Antwort parat. Erneut war es Freyer, der eine Flanke von Schrade, gegen die Laufrichtung von Sprint ins Tor köpfte. In der 66. Minute gab es dann die erste „kalte Dusche“ für den Favoriten. Christian Höhne bugsierte den Ball aus zentraler Position an Sprint vorbei. Das Spiel war gedreht. Aber diesmal hatten unsere Jungs die passende Antwort. Nach einer Rechtsflanke des eingewechselten Mentes erzielte Huke in der 69. Minute seinen dritten Treffer. In der 78. Minute wurde Niclas Warwel von Stein steil geschickt, aber aus vollem Lauf verfehlte er das Tor und die erneute Führung knapp. Es lief schon die Schlussminute und jeder hatte sich schon auf eine Verlängerung eingerichtet, da erzielte Luca Rohr nach einer tollen Einzelleistung doch noch den vermeintlichen Siegtreffer. Der bereitgestellte Sekt musste aber nochmal zurück in den Kühlschrank. Es liefen bereits die letzten Sekunden der 3-minütigen Nachspielzeit, als doch noch Mike Ryberg im Gewühl zum Kopfball kam (nach Freistoß von Niroumand) und die Feierlichkeiten der Heimelf abrupt beendete.

Hatten die Zuschauer schon nach neunzig Minuten acht Tore zu sehen bekommen, sollten sie auch in der Verlängerung nicht zu kurz kommen. Nach einer schnellen Kombination über Stein und Mentes war am Ende Gayret freigespielt, der eiskalt in der 107. Minute zum 4:5 einnetzte. Die Hausherren wollten sich aber auch jetzt noch nicht geschlagen geben und besonders ein Spieler konnte durch die Zehlendorfer Abwehr nicht gestoppt werden. Dennis Freyer! Zwei Minuten nach dem erneuten Rückstand erzielte er mit seinem dritten Tor den 5:5-Ausgleich und fünf Minuten vor dem Ende der Verlängerung brachte er seine Farben erneut in Führung. Diesmal blieb die spontane Antwort der Gäste allerdings aus und nun durfte auch der kaltgestellte Sekt geöffnet werden. 

Hertha 03 spielte mit: Sprint - Vassiliadis, Stein, Schröder - Ryberg, Niroumand, Vincetic (75. Dombrowe), Obst (61. Gayret), Warwel - Huke, Zellner(65. Mentes)

Torfolge: 0:1 (43.) Huke, 1:1 (45.) Planja, 1:2 (49.) Huke, 2:2 (50.) Freyer, 3:2 (67.) Höhne, 3:3 (70.) Huke, 4:3 (90.) Rohr, 4:4 (90.+3) Ryberg, 4:5 (110.) Gayret, 5:5 (112.) Freyer, 6:5 (117.) Freyer

GELBE KARTEN: 53. Miesner (F), 70. Schrade (F) - 13. Vincetic (UB), 27. Zellner (F), 39. Huke (F), 74. Mentes UB), 86. Ryberg (UB)

ROTE KARTE: 118. Stein (Beleidigung)

Zahlende Zuschauer: 194

Von: Jürgen Hain