Sportanlage Schildhornstr. - Investitionsplan

Sehr geehrter Frau Bürgermeisterin Richter-Kotowski, sehr geehrter Herr Stadtrat Mückisch
sehr geehrte Herren Abgeordnete und Vertreter,
sehr geehrter Herr Böger, sehr geehrter Herr Schultz, sehr geehrter Herr Sonnenschein!


1. In Ihrer früheren Position als Bezirksstadträtin u.a. für Sport waren Sie bzw. das Sportamt auch mit dem Thema "optimale Ausnutzung vorhandener Berliner Sportflächen" beschäftigt/informiert und haben das Sportplatzgelände Schildhornstr. sicher auch mit in die neue Datenbank des Berliner Senats aufnehmen lassen, denn nach unserem letzten persönlichen Gespräch im Frühjahr 2016 war auch Ihnen klar, dass die Sportplatzanlage Schildhornstr. nicht optimal genutzt wird und Freiflächen oder vorhandene Teilflächen brach liegen und wie es den Anschein hat, soll sich auch in den nächsten 10 Jahren nicht ändern. Wieder einmal gibt es für diese Anlage keinen richtigen Plan oder man vergisst den einmal so in nur 8 Monaten wie der Punkt 2 mir bestätigt. Das Thema wurde bereits von Herrn Stadtrat Schmidt (CDU) vor Jahren aufgegriffen und thematisiert. Die CDU hat anscheinend auch dieses Thema politisch nicht weiter verfolgt, mangels Kenntnis durch das Sportamt, mangels Erkennen der Sinnhaftigkeit, mangels Finanzierbarkeit, gibt aber Millionen Euro an Baugelder an den Senat zurück, weil man nicht in der Lage, dieses zugewiesen Baugelder zu verbauen und scheinbar auch nicht gewillt ist - trotz Hinweise - das Senat-Sonderprogramm für zurückgebende Investitionsgelder in Anspruch zu nehmen. So kann der Senat dann scheinbar auch täglich eine Million Euro für einen nicht fertig werdenden Flughafen locker mitfinanzieren. Hiervon haben leider aber nur die Bauleiter, Aufsichtsräte und Baufirmen etwas, nicht jedoch die Bürger.


2. Erschrocken war ich, als ich auf unserem Neujahrsempfang am 08.01.2017 in unserer "Sternstunde" vom Schul- und Sportamtsleiter Herrn Klaus Sonnenschein hörte, "dass (nur) ein schwarz verfüllter Kunstrasenplatzbelag im Sommer 2017 als Ersatzmaßnahme für den verbrauchten alten Kunstrasenplatz geplant" sei. Ich glaubte "meinen Ohren nicht zu trauen", denn es war klar, dass diese Variante in unserem Gespräch mit Ihnen Frau Bürgermeisterin, Frau Götze, Herrn Sonnenschein und Ihrem Referenten deshalb abgelehnt wurde, weil der Sportplatz Schildhornstr. - mangels eines Rasenplatzes - nicht wie in Zehlendorf und Lichterfelde als Ausweichplatz für den überregionalen Fußball genutzt werden würde, sondern als Hauptplatz.

Der NOFV lässt einen verfüllten Kunstrasenplatz für den Regionalligabereich nicht zu. Das ist dem Sportamt bekannt. Es steht fest, dass die von Herrn Sonnenschein, wohl eher aus Kostengründen wieder ins Spiel gebrachte billigere Variante eines Kunstrasenbelages, zwar dem Breitensport nützen würde, Regionalliga-Fußball wird nicht einmal für den Frauen- und Juniorenbereich zugelassen. Die begrenzt vorhandenen Rasenplätze in Lichterfelde und Zehlendorf sollten mit einem Regionalligatauglichen Kunstrasenplatz in der Schildhornstr. entlastet werden, weil die Rasenplätze nur begrenzt (12 Stunden pro Woche) genutzt werden dürfen. Nach Auskunft von Fachfirmen wären bei besserer (kosten intensiverer) Pflege hier allerdings auch mehr Rasen-Nutzungszeiten möglich. Das will man in Berlin nicht. Warum?

3. Ich muss Ihnen allen nicht erklären, dass der Berliner Fußballsport zu den günstigsten Sportarten pro Kopf (3-5 Euro) in Berlin gehört - z.B. im Gegensatz zum Schwimmsport (8 Euro pro Person). Ich muss Ihnen auch nicht erklären, dass die Sportplatzanlage Schildhornstr. jetzt schon zu den drei ausgelasteten Sportanlagen in Berlin gehört und in der Leistungsabrechnung sehr gut da steht, allein aber nur deshalb , weil die Flächen durch die Schulen und von Stern 1900 seit 15 Jahren nicht nur von wenigen kleinen Gruppen genutzt wird - sondern der Platz wegen der hohen Mitgliederzahlen und Sportplatznutzern geviertelt werden muss und selbst die der höchsten Berliner Spielklasse etablierte 1. Herrenmannschaft von Stern 1900 (2016 Berliner Vize-Meister, 2017 Berliner Hallenmeister) halbieren muss - was z.B. in Zehlendorf für unmöglich angesehen wird. Die vom Bezirksamt zur Verfügung gestellten Sportflächen z.B. in der Onkel-Tom-Str, sind im Verhältnis der Nutzerzahl durch H03, Tusli u.a. gegenüber der Nutzerzahl des Sportplatzes Schildhornstr. als ungerechtfertigt großzügig zu bezeichnen, was allein politische Gründe haben dürfte, weil die Zehlendorfer- und Lichterfelder Vereine offenbar politisch bestens vernetzt sind. Ich empfehle mal, darüber nachzudenken, warum die CDU bei den letzten Wahlen in Steglitz Wahlbezirke verloren hat? Sport- und Schul-Themen in Steglitz hängen enger mit den wirklichen und lebensnahen Bürger-Interessen in diesem Bezirk zusammen. Vielleicht hat das der eine oder andere Zehlendorfer Politiker kurzsichtig oder falsch informiert noch nicht verkannt?

4. Im Gegensatz zu der ungerechtfertigt hoch erscheinenden Bezuschussung der Kulturszene in Berlin - hier z.B. der Staatsoper "irre" 257 Euro pro Besucher oder der Deutschen Oper mit 180 Euro pro Person, wird z.B. der Fußballsport dagegen mit "Almosen (3-5 Euro, die teuerste Sportart Schwimm mit 8 Euro) abgespeist", obwohl in "Sonntagsreden" immer wieder die Wichtigkeit der Sportvereine hervorgehoben wird. Der Berliner Fußballverband schweigt seit einem Jahrzehnt auch zu diesem Thema, vielleicht ist die Angst, sich bei Ihnen unbeliebt zu machen, größer als die Bereitschaft, sich für die elementar wichtigen Interessen der Fußballvereine einzusetzen. Damit wäre auch den anderen Nutzern ungedeckter Sportflächen wie Hockey- und Leichtathletik gedient. Der o.a. Ansatz zur Einrichtung einer Sportstätten-Datenbank ist ein erster Schritt.

5. Sportstätten, Infrastruktur und Sportentwicklung ist im Zeitalter der immer schneller wachsenden "Welt"-Stadt Berlin und eines längst begonnenen Verdrängungsprozesses um Flächen eine sehr große und wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die muss "ganz oben" ansiedeln müsste und nicht so nebenbei. Die Kultur stellt sich offenbar mit einem intelligenten Senator besser auf. Der Sport bleibt Anhängsel im Innenressort, weil es hier andere wichtigere Themen gibt. Der Sport in Berlin muss insgesamt aufpassen, auch trotz der Sonntagsreden - nicht als "5. Rad am Wagen" zu enden. Speziell der Fußballsport ist zu träge geworden, lasch, nicht ausreichend organisiert, "muckt" nicht auf und es fehlen Persönlichkeiten, die sich für die Fußballer Gehör bei der Politik und Behörden verschafften, so wie es noch die Fußball-Präsidenten Uwe Hammer, Otto Höhne und Eberhard Hartlep gemacht haben. Der BFV verwaltet sich und führt tolle DFB- Projekte durch (u.a. DFB-Masterplan), die offenbar vom DFB viel Geld einbringen, die Fußballvereine aber immer mehr belasten und den Nutzern der ungedeckten Sportflächen, bei immer höheren Mitgliederzahlen, tatsächlich in der Tagesarbeit nicht helfen.

Ich hoffe, es findet doch noch ein Umdenkungsprozess statt, denn, dass der Kunstrasen erneuert werden würde, ist seit 10 Jahren bekannt, ebenso ist bekannt, dass das um 1970 für 14 Mannschaften erbaute und heute wirtschaftlich verbrauchte Kabinengebäude für heute um die 40 Mannschaften viel zu klein ist. Auch dass das Sportplatzgelände nicht so genutzt werden kann, wie es die Sportflächen hier hergeben würden, ist mindestens auch schon seit 20 Jahren bekannt.

Freundlichst Ihr
Steglitzer Fußball-Club Stern 1900 e.V.

Bernd Fiedler
Vorstandsvorsitzender